Glückseligkeit, was ist das eigentlich genau?

Frieden, Freiheit, Glückseligkeit – das sind Begriffe, mit denen wir alle etwas äußerst Positives verbinden.

Was „Frieden“ ist wissen wir. Wir unterscheiden äußeren und inneren Frieden erkennen leider aber oft nicht, dass innerer Frieden die Voraussetzung für äußeren Frieden darstellt. Auch „Freiheit“ ist uns bekannt und Bedarf keiner Diskussion. Aber wie sieht es mit dem Begriff „Glückseligkeit“ aus? Ja, sicher, auch unter dem Begriff „Glück“ können wir uns etwas vorstellen, wobei jeder Glück anders empfindet, je nach vorhandenen Wünschen, Bedürfnissen und Visionen. Wir können uns auch anlehnen an die Glücksdefinition von Aristoteles, der darüber das erstemal philosophierte und der Ansicht war, dass Glück bedeut, das eigene Leben so leben zu können, dass man alle in einem schlummernden Fähigkeiten entfalten kann.

Doch ich wählte den Begriff „Glückseligkeit“ und das ganz bewußt. Denn in manchen Kreisen begegnet mir dieses Wort immer häufiger als einen „Gegenstand“ der Sehnsucht. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob immer bekannt ist, welcher Zustand denn genau mit „Glückseligkeit“ beschrieben wir. Auch das Internet gibt darüber nur wenig Auskunft.

Es kommt ja nun auch nicht auf eine Begriffslichkeit an, könnten einige meinen. Doch wer sich etwas wünscht sollte schon genau wissen, was er sich wünscht. Da alles im Leben Energie ist und Energie sich dorthin bewegt, wo Resonanz entsteht, ziehen wir also eine bestimmte Energie an, sobald wir in uns den Wunsch nach „Glückseligkeit“ tragen. Je öfter wir diesen Wunsch verspüren, desto stärker wird die Kraft unseres „inneren Magneten“, also der Energie, die das Gewünschte in unser Leben zieht. Dies ist auch als das Gesetz der Anziehung bekannt und ein überall auf der Erde gültiges kosmisches Gesetz.

Im Gegensatz zu Glück, bei dem es sich um einzelne Momente handelt ist Glückseligkeit tendenziell ein Dauer-Zustand, der in unserer Seele wiederhallt. Wir werden dann quasi wie auf einer Wolke durchs Leben getragen, in der sich die Wünsche decken mit dem, was sich dann tatsächlich im eigenen Leben ereignet. Sollte das aber mal nicht der Fall sein, dann besteht die Bereitschaft und Akzeptanz, die eigenen Wünsche anzupassen an das, was von „höherer Stelle“ offensichtlich anders angedacht wurde.

Und genau dort sollten wir genauer hinschauen und uns fragen, ob wir wirklich bereit sind, Glückseligkeit zu erfahren.  Ist es uns tatsächlich schon möglich, den Willen der höheren Macht vollkommen zu akzeptieren und somit gegen Geschehnisse im eigenen Leben nicht länger an zu kämpfen? Sind wir wirklich gewillt, sich dem Leben hin zu geben, wie es sich vor uns ausbreitet ganz darauf vertrauend, dass Gottes Wille (oder wie immer du die höchste Macht nennst) Vorrang hat vor dem eigenen Willen? Tragen wir wirklich in uns die Bereitschaft zu hinterfragen, was das Geschehen uns sagen will und wo an uns noch Eigenarbeit notwendig ist, um weiter zu wachsen?

Natürlich haben wir die Möglichkeit, die Kraft der Manifestation zu nutzen, doch sollte uns klar sein, dass die von uns gewünschte Manifestation nur greift, wenn sie übereinstimmt mit dem, was die höchste Macht sich für uns gedacht hat, oder anders ausgedrückt, was unserem Seelenplan entspricht.  Falls es aber nicht so kommt wie erhofft erkennen wir den Zustand der Glückseligkeit daran, wenn wir dann trotzdem mit Freude, zumindest in Gelassenheit das Neue begrüßen und ganz darauf vertrauen, dass das Höhere weiter schauen kann als wir selbst und dass es auf jedem Fall unserem höchsten Wohl dienen wird, auch wenn wir es noch nicht richtig verstehen. Kein Protest, kein Kampf, nur Hingabe an die entsprechende Situation ist dann die Reaktion im Zustand der Glückseligkeit.

Die meisten wissen von der Theorie her, dass nichts gegen Gottes Wille geschehen kann, aber sich soweit dem Leben und dem Höheren hinzugeben, dass statt des Verstandes lediglich nur noch der eigenen Intuition gefolgt wird (durch unsere Intuition spricht unsere Seele zu uns, die wiederum mit dem Höheren verbunden ist) sowie auf Zeichen und Hinweise zu achten, um auf unserem Seelenpfad sicher zu gehen ist eine ganz andere Sache. So eine Lebensweise erfordert Vertrauen, so dass wir wissen, dass wir immer behütet und beschützt sind. Es hat auch ganz viel mit Dankbarkeit und vor allen Dingen Demut zu tun, was für viele Menschen ein eher altmodischer Begriff ist, der aber nichts anderes aussagt als eine Gott gegebene Gegebenheit so hinzunehmen wie sie ist und sich nicht darüber zu beklagen.

Glückseligkeit, Dankbarkeit und Demut gehören daher zusammen. Nur mit Dankbarkeit und Demut im Herzen läßt sich der Zustand der Glückseligkeit überhaupt erreichen. Das eigene, menschliche Wollen wird ganz dem Willen und der Führung des Höheren untergeordnet, was nur funktioniert, wenn wir bereit waren, das Ego in uns sterben zu lassen. Wer diesen Prozess schon durchlaufen ist, der weiß, wie kampfbereit das Ego ist und wie geschickt es sich tarnen kann, nur um weiter eine bedeutende Rolle in unserem Leben spielen zu können. Es ist ein Trixer, der uns gern an der Nase herumführt und uns glauben macht, dass es zum Beispiel in der heutigen Zeit unbedingt erforderlich ist, besser und bedeutender als andere zu sein, der uns einreden möchte, dass es so Sitte und Brauch ist immer die Aussagen anderer Menschen zu kommentieren und zu bewerten und der uns dazu anhält, stets darauf bedacht zu sein, nicht übersehen zu werden. Ist nach heftiger Gegenwehr das Ego dann tatsächlich nach Jahren der Eigenarbeit bereit, sich zurück zu ziehen, ist innere Ruhe, Gelassenheit und ein unendliches Vertrauen der Lohn. Das sich daraus ergebende Resultat ist Glückseligkeit, die in allen spirituellen Traditionen und Kulturen unter unterschiedlichen Begriffen beschrieben und wird.

Wer sich Glückseligkeit wünscht sollte sich daher bewußt sein, dass er bereit sein muß, sich auf dem Pfad der Selbsterfahrung zu begeben, denn nur so ist dem Ego bei zu kommen. Ohne „psychologischen Hausputz“ geht leider gar nichts. Doch der Lohn, nämlich den Zustand der Glückseligkeit zu erreichen, ist gewaltig und mit Worten kaum zu beschreiben. Die Mühe lohnt sich, zumal der Weg dorthin ebenfalls schon viele schöne Momente bereit hält. Daher ruf ich dir zu: „Trau dich und fang an!“