Kommunikation ist nicht gleich Kommunikation

Über das Thema Kommunikation macht man sich in der Regel nicht viele Gedanken, je harmonischer das Umfeld, desto weniger. Doch spätestens dann, wenn eine Situation nicht so einfach erscheint und man Missverständnissen vorbeugen möchte fühlen sich viele Menschen ratlos. Denn Kommunikation ist nicht einfach nur Kommunikation, es steckt mehr dahinter, welches beachtet werden möchte.

Traditionen

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An Feiertagen gibt es in den Familien oft Traditionen und damit leider auch verbunden – Erwartungen. Die Haupterwartung ist, dass sich alle an die Tradition halten, was immer es auch sei.

Traditionen können Stabiliät ins Zusammenleben bringen, man weiß und kennt die Abläufe. Dies gibt vielen Menschen eine Art Sicherheit. Werte und Ansichten werden so von Generation zu Generation weiter gegeben. Probleme entstehen allerdings häufig, sobald jemand nicht mitmachen möchte, wenn sich Familienmitglieder zum Beispiel dem traditionellen Familientreffen zu Weihnachten oder Ostern entziehen möchten. Dann entsteht oft Gruppendruck. Die Vorteile und das Schöne von Traditionen sind schnell für die betroffenden Personen so nicht mehr sichtbar. Die Situation wird eher als eine Art Gefängnis empfunden.

Im Zusammenhang von ganzen Völkern oder Völkergruppen formen die Traditionen letztendlich deren Kultur.  Besonders denke ich da an die Indianer, bei denen ich es selbst erleben durfte. Das Leben der Traditionen und damit das aktive Praktizieren ihrer Kultur stellt für diese einen Stabilitätsfaktor dar. Sie fühlen sich auch heute noch entwurzelt und zumeist fremd in der Welt des modernen Lebens, welches ihnen oft unmenschlich erscheint.

Trotzdem muß man wissen, dass jedes Stammesmitglied jeden Tag für sich selbst entscheiden darf, ob es den Traditionen folgen möchte oder nicht. Feste wie „Pow Wow“ oder spirituelle Rituale, wie der „sun dance“ werden angeboten, doch ob jemand mitmacht entscheidet jeder selbst. Eine Entscheidung, ganz gleich wie sie ausfällt wird akzeptiert und nicht diskutiert. So ist sicher gestellt, dass die Traditionen aus dem Herzen gelebt werden. Wer dabei ist, hat sich mit seinem Herzen dafür entschieden. Denn das Phänomen des Gruppendrucks gibt es nicht.

Und so kann man bei ihnen Feste und Rituale erleben, die eine ganz besondere Stimmung transportieren und die nicht darauf angewiesen sind, dass Alkohol ausgeschenkt wird, damit Stimmung aufkommt. Das wäre sowieso verboten. Die wunderbare Atmosphäre kommt aus ihrem Innern heraus. Wer mit dem Herzen dabei ist benötigt keine „Stimmungsmacher“.

Lebenserleichterung

Glück, Schönheit und Reichtum – eine wunderbare Kombination, solange wir davon nicht abhängig werden und uns plötzlich Angst beherrscht, alles wieder zu verlieren. Mit dem Glück ist es schnell vorbei, wenn diese Furcht und Panik uns im Griff hat.

Schönheit ist vergänglich, auch wenn inzwischen weltweit zunehmend mehr Schönheitsoperationen durchgeführt werden, die versuchen, etwas aufzuhalten, was nicht zu ändern ist. Und Reichtum ist vor allen Dingen dann ein Segen, wenn es als Gewinn von Freiheit betrachtet wird, um mehr und mehr die eigenen Talente und Fähigkeiten zu leben, was als Selbstverwirklichung bezeichnet wird. Geld wird allerdings niemals die Suche nach dem Sinn des eigenen Lebens ersetzen. Es kann die Suche aber sehr erleichtern, da viele gefühlte Zwänge wegfallen. Doch darf man nie irrtümlicherweise Wohlstand und Reichtum als den eigentlichen Lebenssinn ansehen. Sie sind nur ein Instrument, den persönlichen Lebensweg leichter zu finden und zu begehen. Auf diejenigen, die es verwechseln trifft häufig der Satz aus therapeutischen Kreisen zu: -Reich, schön und depressiv-.

Wer die Botschaft aber richtig versteht, der freut sich über materiellen Wohlstand, wenn er dann hoffentlich eintrifft, wird davon aber nicht abhängig nach dem Motto: -mehr, mehr, mehr- . Er wird auch nicht von Ängsten geplagt, all dies wieder verlieren zu können. Stattdessen wird erkannt, was es wirklich ist: Eine wunderbare Lebenserleichterung, nicht mehr und nicht weniger.

Noch ein paar Worte zur “Pubertät”

Pubertät

In der Pubertät sind sie verblendet,

       -sagt man

Jugendliche Ideale schleifen sich noch ab,

-hofft man

Die Resignation folgt noch,

weiß man. 

Wann kommt die Generation, die diese „Hoffnung“ der Alten zerstört und das Gegenteil beweist?

(Doris Nickel)

Die eigene Pubertät und ihre Botschaft für dein Jetzt

Von vielen Seiten wird bestätigt, dass wir in diesem Jahr energetisch unterstützt werden, endlich den Mut zu finden, unsere Berufung zu leben. Wer also bisher am fehlenden Mut scheiterte kann sich dieses Jahr glücklich schätzen. Die Zeichen stehen gut für ihn.

Doch was ist, wenn man gar nicht weiß, was die eigene Berufung ist, wenn man Vieles aufregend findet oder sich so recht für gar nichts (mehr) interessiert?

Unzufriedenheit mit dem Bestehenden reicht nicht aus, es ist nur der erste Schritt. Wenn es keinen zweiten Schritt gäbe würde es zum Weglaufen führen, was aber noch nie der Weg des Erfolges war.

Was ist dann aber der zweite Schritt? Das ist der Moment, wenn man auf etwas zugeht, etwas was man sich aus seinem Herzen heraus zutiefst wünscht.

Um das wieder zu entdecken ist es hilfreich, sich an die eigene Pubertät zu erinnern.

Wovon hattest du geträumt, was wolltest du Sinnvolles in die Welt bringen, was war dir ganz besonders wichtig?

Auch wenn in diesen Jahren manches vielleicht etwas zu euphorisch erschien, die Erwachsenen nannten es wahrscheinlich –übertrieben-, so liegt doch in diesen Träumen zumeist der Kern der eigenen Mission auf Erden, der Sinn des persönlichen Lebens. Wenn du dich jetzt zurück erinnern möchtest, dann halte dich nicht an Berufsbezeichnungen fest, sondern frage dich, welchen Eigenschaften und Tätigkeiten wolltest du nachgehen? Wolltest du mit Kindern beziehungsweise mit jungen Menschen arbeiten, wolltest du Verantwortung übernehmen, wolltest du Mitmenschlichkeit in die Welt bringen, wolltest du an neuen Dingen tüfteln, in Kontakt mit der Natur sein oder mit Heilung zu tun haben. Was waren deine Träume?

Es ist es Wert, sich auf die Spurensuche zu begeben, denn in diesen Jahren des eigenen menschlichen Lebens hat man zumeist noch einmal guten Kontakt zur Seele, zur inneren Instanz, zur inneren Weisheit oder wie immer du es nennen möchtest, ähnlich wie du es als Kleinkind hattest, aber da noch nicht kommunizieren konntest.

Daher kommt es auch zu den Problemen in der Pubertät. Ja, es ist die körperliche Umstellung, doch das allein ist es nicht. Der junge Mensch spürt die Bedürfnisse seiner Seele, die zumeist mit Nähe, Zugehörigkeit, Gerechtigkeit und Liebe zu tun haben und sieht, was in der Welt los ist und wie die Erwachsenen gegen all das verstoßen, was Menschlichkeit ausmacht. Auch wenn es ein unbewußter Prozess sein mag, so ist er doch in Kontakt mit seinen Seelenbedürfnissen und alle anderen um ihn herum haben offensichtlich resigniert und damit abgeschlossen. Dieser Abgleich von dem, was man fühlt und was im Außen los ist schmerzt und verwirrt, was dann zu den entsprechenden pubertären Verhaltensweisen führen kann.

Nun aber bist du längst aus deiner Pubertät heraus und befindest dich auf der Suche nach etwas, was dein Herz zum Jubeln bringt, und somit nicht Beruf, sondern Berufung darstellt. Vielleicht denkst du aber auch, dass du deine Berufung gefunden hast.

Ganz gleich, ob Du noch auf der Suche oder bereits fündig geworden bist, gehe gedanklich einmal in die Zeit deiner Pubertät und schaue, auf was du vielleicht noch stößt und in dein heutiges Wirken mit einfließen möchte. Alte Fotos, alte Musik und Gespräche mit Geschwistern können dabei helfen, die alten Zeiten in den Gedanken und im Herzen herbei zu rufen. Es lohnt sich!